Auf den zweiten Blick
Noonday Underground - You Keep Me Holding On
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22.01.2007

Noonday Underground - You Keep Me Holding On

Es gibt im (idR englischsprachigen) Schreiben über Musik wenig, was ich mehr bewundere als Leute, die komplexe emotionale Situationen und Dynamiken aus Popsongs lesen (und sie erklären) können. Damit bin ich hier zumindest überfordert: Der Titel kommt so schon mal gar nicht vor, es geht zumindest vordergründig eben nicht wie zu erwarten darum, dass Sie es dank Ihm schafft, woran auch immer festzuhalten. Vielmehr tut Sie so, als stünde Sie auf der Türschwelle und blickte ein letztes Mal zurück: “Tell me that you want me to stay, if you ask me to I’ll be right there”. Es wirkt, als habe sie nichts gegen die Trennung und würde nur um seiner Gefühle willen eventuell bleiben, sofern er Ja sagt (“to keep me hanging on”) - doch wie ist das mit dem Songtitel vereinbar?

Doch höchstens, wenn der Titel widerspiegelt, dass Sie letztendlich mit einem gewissen Unwillen Ihm zuliebe bleibt - doch wie passt dann die finale Trennungsbeschwörung “You keep holding on to what you got / but you’ve got to let it go” dazu? Ich find es immer frustrierend, wenn ich keine stimmige Deutung aus solchen Beziehungskisten herauslesen kann - fehlt mir da irgendwo die Empathie oder der nötige psychologische Durchblick, oder ist der Text tatsächlich einfach nur unstimmig und widersprüchlich? Oder, Möglichkeit Nummer 3, hab ich mich einfach nur verhört - online konnte ich den Text nicht zur Überprüfung niedergeschrieben finden.