Auf den zweiten Blick
Chin Up Chin Up - This Harness Can't Ride Anything
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04.02.2007

Chin Up Chin Up - Harness

Wir mögen ja heute viel über MySpace lachen, mit einigen guten Gründen. Doch man muss es dem Social Network auch positiv ankreiden, einer Unmenge an Menschen - und eben Bands - die Scheu vor der eigenen Online-Präsenz genommen zu haben. Wie bei so vielen technischen Angelegenheiten ist es einfach, sich eine Homepage selbst anzufertigen. Wenn man denn weiß, wie es geht. Doch wer sich dafür nicht sicher genug fühlte, war dankbar, es mit Myspace kostenfrei und ohne kleinen HTML-Workshop machen zu können, erst recht, als man dann auch noch dort seine Musik präsentieren konnte.

Und weil Myspace eben selbst das gesamte Hosting, Datentraffic und Pipapo übernahm, musste man sich auch nicht z.B. darum kümmern, seine eigene Domain regelmäßig zu verlängern. Das versäumen schon aktive Bands oft genug, spätestens nach ihrer Auflösung aber verwildern die meisten Homepages, werden von Spambots überrollt, von pornigen Domainpiraten gekapert oder auch ohne große Aufregung an neue Interessenten vergeben. So findet sich an der Adresse www.chinupchinup.com nicht mehr die Homepage der 2009 aufgelösten Gruppe, sondern eine höchst unseriös wirkende Beratungsseite für Haut- und Erektionsprobleme. Ihr Myspace-Profil ist hingegen intakt und wird es wohl auch so lange bleiben, bis die gesamte Seite irgendwann einmal Geocities und Co. auf dem Friedhof der toten Webseitennetze benachbart.

Immerhin, es hätte Chin Up Chin Up auch schlimmer erwischen können: Wer die von ihren Eigentümern vernachlässigte Seite von (den zu dem Zeitpunkt gerade erst richtig populär werdenden) Times New Viking besuchte, wurde dort gut zwei Jahre lang ohne Vorwarnung mit faustdicker Hardcore-Pornographie jenseits des Rentenalters begrüßt.