Auf den zweiten Blick
New Young Pony Club - The Bomb (Phones Edit)
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14.02.2007

New Young Pony Club – The Bomb (Phones Edit)

Es wirkt vernachlässigend, dass beim Schreiben über Musik die Rolle der Produktion so gut wie nie angesprochen wird; ist sie doch wohl gerade dafür verantwortlich, wie eine Aufnahme letztlich klingt. Doch so etwas wie “die Produktion” als Zwischenstufe vom angeschlagenden Intrument zum fertigen Tonprodukt gibt es problematischerweise nicht. Die rein technische Aufnahme kann ebenso damit subsumiert werden wie kreative Songwriting-Input, zusätzliche instrumentale Arrangements oder Sounds, das Abmischen oder Mastering. Vom reinen Hören ist letztlich kaum noch auszumachen, welche der Beteiligten wieweit wozu beigetragen haben.

So ist Paul Epworth einer der wenigen Produzenten, die ich mit gutem Gewissen scheiße nennen würde. Einfach deswegen, weil er an so vielen schlecht klingenden Alben beteiligt war, dass das einfach kein Zufall sein kann. Typisch für den Kompressorenfreund Epworth sind verschlierte Gitarren, so merkwürdig substanzarm wie die sie überdröhnenden Stimmen, alles wirkt nur wie eine hohle, funkelnd polierte Fassade - die anschließend zu unangenehmer Lautstärke aufgeblasen wird, um “wuchtig” oder “rockig” oder “poppig” zu erscheinen. Und selbst wenn es doch nur daran läge, dass er ohnehin nur mit Bands und KünstlerInnen zusammenarbeitet, die auf eben solch einen Sound abzielen: Spätestens die hässlichen Electropumpereien unter seinem Alias Phones sind auf niemand als Epworth selbst zurückzuführen.