16.02.2007
Honey Is Cool - Something About The Mountains
Die Hervorhebung der angeblichen Originalität/Unoriginalität zur qualitativen Wertung von Musik halte ich für überaus trügerisch, ist sie doch allein vom eigenen Kenntnisstand abhängig. Wenn ich mein ganzes Leben nur Grindcore gehört habe, wird mir ein Stück wie dieses wie eine Offenbarung erscheinen, was die Gitarre doch für ungeahnte Möglichkeiten bietet. So ist es hingegen etwas, das ich schon dutzend- und aberdutzendmalig gehört habe, am Ungewöhnlichsten an diesem Stück getragen-stimmungsvollem Instrumentalrock wäre wohl noch, dass der ihn begleitende Gesang keine pathosgeladene Männerstimme ist.
Ist eine dieser Positionen falsch? Wohl kaum, beide sind zutreffende Eindrücke aus dem jeweiligen Kenntniswinkel. Doch wie will man feststellen, ob etwas tatsächlich “originell” ist, einen neuen Sound, einen nie versuchten Ansatz bietet? Wenn uns das Internet eines deutlich macht, dann, dass es zu viel Musik gibt und gab um sie jemals alle erfassen zu können. Man kann nicht ausschließen, dass etwas “frisch” wirkendes nicht schon zuhauf von anderen, eventuell vor Jahrzehnten schon, gemacht wurde. Das ändert nichts an der eigenen Erfahrung dieser Musik als etwas Originelles, macht es mir allerdings auch völlig schnuppe, wenn jemand dies als eine vermeintliche Qualität hochzuhalten versucht.